Leitbild / Konzeption
Leitbild
Der Freie Kindergarten Deggendorf, insbesondere deren Erzieherinnen,
der Elternbeirat, engagierte Eltern und der Vorstand des Trägervereins
hat im August 2006 folgendes Leitbild formuliert:
Leitbild (im PDF-Format, .pdf)
Konzeption
Um doppelte Veröffentlichungen zu vermeiden, wird innerhalb
dieser Konzeption auf weitere Texte verwiesen.
Alle Daten sind Stand 01.09.2011; die in den pädagogischen
Schwerpunkten geschilderten Tages-, Wochen- und Jahresrhytmen,
handwerkliche Tätigkeiten, Gedichte sowie Speisepläne sind
beispielhaft und können jederzeit angepasst werden.
Name
Freier Kindergarten Deggendorf
Adresse, Träger, etc.
Siehe
Lage und Anfahrt
und Impressum
Räumlichkeiten
Der Freie Kindergarten Deggendorf liegt in der sog. "Alten
Kaserne" in der Nähe der Graflinger Straße und dem
Stadtpark.
Die im Stadtpark gelegenen Kinderspielplätze als auch die dort
des weiteren gebotenen Lern- und Spielmöglichkeiten werden
regelmäßig genutzt.
Der Freie Kindergarten Deggendorf ist ein zweigruppiger
Kindergarten. Die erste Gruppe verfügt über einen
großen Gruppenraum ca. 50 m² mit integrierter
Küche, (durch eine Wand mit großem Durchgang unterteilt,
daher entstehen viele Ecken und Nischen in die sich die
Kinder zurückziehen können), eine Sanitäranlage (2
Kindertoiletten, 1 Kinderdoppelwaschbecken, 1
Erwachsenentoilette mit Waschbecken), zwei Kindergarderoben
mit insgesamt 36 Plätzen und ein Büro mit Spüle.
Die zweite Gruppe hat einen ebenfalls ca. 50 m²
großen Gruppenraum mit integrierter Küche. Der Gruppenraum
entstand aus insgesamt 3 Räumen und einem Gang, so dass
auch dieser Gruppenraum viele Nischen und Ecken bietet.
Desweiteren steht eine Sanitäranlage mit 2 Kindertoiletten,
2 Kinderwaschbecken, 1 Erwachsenentoilette mit Waschbecken und
eine Kindergarderobe mit insgesamt 25 Plätzen zur
Verfügung.
Gemeinsam von beiden Gruppen genutzt wird der Intensivraum
mit ca. 35 m².
Der mit alten Bäumen (z.B. Birke, Walnuss) bewachsene, schattige
und auch sonnige Außenbereich des Freien Kindergartens verfügt
über eine ca. 35 m² große Sand"grube" (ca. 60-70
cm tief) mit gestalteter Hügellandschaft als Einfriedung, einer
großen Rutsche, Schaukeln, einem Weidenhäuschen und einen
Kräutergarten.
Zusammenarbeit mit den Eltern
Erstinformationen bekommen die Eltern, wenn sie Kontakt zum
Kindergarten aufnehmen und ihr Kind auf die "Warteliste"
zur Kindergarten- oder Spielgruppe setzen lassen wollen.
Organisatorische Dinge werden beim Informationsabend für
"neue" Eltern beim Infoabend (normalerweise im
Juli) geklärt. Die verbleibenden und die neuen lernen sich spätestens
beim ersten Elternabend im Kindergartenjahr im September kennen,
an dem auch der Elternbeirat (bestehend aus fünf Mitgliedern und
einer/m Vorsitzenden) gewählt wird.
Aktuelle Informationen aus dem Freien Kindergarten (z.B. Ausflüge,
Elternabende, wenn Krankheiten auftreten etc.) werden sowohl über
Aushang im Kindergarten, über Elternbriefe und z.T. im Internet
ausgegeben, Fremdinformationen werden im Eingangsbereich des
Kindergartens an einem Informationstisch ausgelegt. Außerdem
werden in regelmäßigen Abständen Photodokumentationen (auch zur
Nachbestellung der Bilder) aufgehängt.
Mindestens 4-5 mal pro Kindergartenjahr finden Elternabende zu
pädagogischen Themen und zu aktuellen Anlässen statt. Zusätzlich
finden Einzelgespräche und auch sog. "Tür- und
Angel"gespräche zwischen den Eltern und den Erzieherinnen
statt.
Die Eltern können über eine Mitgliedschaft im
Trägerverein aktiv auf die Rahmenbedingungen des Freien
Kindergartens Deggendorf einwirken. Sie haben die Möglichkeit,
ihr Kind in der Anfangszeit im Kindergarten zu begleiten,
Ideen mit einzubringen, Ausflüge zu begleiten, bei Festen und
Aktionen mitzuwirken, Anregungen und Themenvorschläge für
Elternabende vorzubringen, Spendenaktionen mit zu unterstützen.
Sie können im Elternbeirat, in der
Manufaktur
und/oder der Gartengruppe
mitarbeiten.
Historisches
03.2000 Gründung der Elterninitiative
05.2001 Beginn 2-tägige Spielgruppe, 15 Plätze,
7:30-13:00 Uhr
09.2002 Erweiterung auf 5-tägige Spielgruppe
04.2004 Umzug in die Alte Kaserne
04.2004 Anerkennung als eingruppiger Kindergarten,
25 Plätze, 7:30-13:00 Uhr
09.2004 Zusätzliche Spielgruppe an 2 Vormittagen/Woche
07.2006 Gründungsinitiative Nachmittagsgruppe
01.2007 Start Nachmittagsgruppe,
13:00-16:15 Uhr
05.2007 Initiative Erweiterung Räume
04.2008 Start der Umbauarbeiten
08.2008 Betriebserlaubnis für 50 Plätze
09.2008 Aufnahme des Vormittagsbetriebs mit zwei Gruppen,
7:15-14:30 Uhr
12.2009 Erweiterung der Öffnungszeit 7:15-15:00 Uhr
04.2011 Aufnahme in die Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V.
Sonstige Rahmendaten
Es gelten die für die Anmeldung
erforderlichen Vereinbarungen.
2. Pädagogische Schwerpunkte
Im Freien Kindergarten Deggendorf wird nach den Zielen des
Bayerischen Bildungs- und Erziehungsplanes gearbeitet. Im
Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit steht die alters- und
entwicklungsmäßige Vermittlung und Förderung von Fähigkeiten,
Fertigkeiten und Eigenschaften, die das Kind in seinem Selbstvertrauen
und seiner Zuversicht, sowie seiner Neugierde und seiner Freude am
Lernen stärken. Gleichzeitig wollen wir Freundlichkeit, Lebendigkeit
und Ungezwungenheit, eine liebevolle und kindorientierte Atmosphäre.
Bei allem Handeln im Kindergarten wird unser Leitbild (im PDF-Format, .pdf) berücksichtigt, um
die Erziehungsziele zu erreichen. Die
Grundlagen der Waldorfpädagogik
und unsere pädagogische Konzeption werden dabei stets beachtet.
Als Dr. Rudolf Steiner 1919 die erste Freie Waldorfschule gründete,
hielt er den zukünftigen Pädagogen 14 Vorträge über "Allgemeine
Menschenkunde als Grundlage der Pädagogik". Es ging ihn dabei um
eine Kunde vom Menschen, die zugleich Wissenschaft ist und
Liebekräfte erweckt. Bei der sog. Anthroposophie schlossen sich
Anthropologie, Psychologie und Geisteswissenschaft zu einer
Weisheit zusammen, die das ganze Wesen des Menschen nach Leib, Seele und Geist
erfasst.
Jede Zeit stellt auf ihrer Zivilisationsstufe neue Aufgaben an die
Erziehung. Wir haben heute andere Lebensbedingungen als vor
einhundert Jahren. Dennoch sind die menschenkundlichen Grundlagen
der Waldorfpädagogik auch heute noch Leitfaden und geistiger
Impuls für die Erziehung in den Waldorfeinrichtungen und haben
durch neuere Forschungen in der Medizin, der Psychologie und durch
die Neurowissenschaften beachtliche Bestätigung gefunden (siehe
Bildungs- und Erziehungsplan ("BEP") 2.1, Bild vom Kind).
Waldorfpädagogik stellt sich den sozialgesellschaftlichen Aufgaben
unserer Zeit, um Kindern die bestmöglichen Entwicklungsbedingungen
zu schaffen, dafür zu sorgen, dass sie gesund heranwachsen und ihre
eigene Lebensaufgabe ergreifen können. Im Kind begegnet uns die
volle Würde des Menschen, auch wenn sich diese noch nicht
aussprechen kann: Der Erwachsene kann am Kind Menschlichkeit
lernen. (BEP 2.2)
2.1. Entwicklungsphasen
2.1.1. Kinder von 2 bis 3 Jahren
In diesem Altersabschnitt steht im Vordergrund die
Bewegungsentwicklung, die Sprachentwicklung und daraus erwachend
ein erstes Erinnern und Denken.
Mit der Phase des Gehen lernen setzt bei den Kindern ein
unermüdliches Bemühen ein, die Bewegungen zu üben und zu
koordinieren. Auch mit 2 Jahren ist dieser Prozess noch deutlich
zu beobachten. Es ist ein großes Erfolgserlebnis, wenn sie aus
eigener Kraft ein Spielzeug am anderen Ende des Zimmers erreichen,
es in die Hand nehmen und mit sich herumtragen können. Je
selbstständiger sie dabei auf die Welt zugehen können, um so
sicherer und vielfältiger wird die Bewegungskoordination des
ganzen Körpers. Die Umwelt wird im Zugehen und Be-greifen erfahren.
Körperliches und seelisches Gleichgewicht wird dabei gestärkt.
Alle Sinne sind bei diesen Erlebnissen offen und werden
trainiert.
In diesem Zugehen auf die Welt setzt mit zunehmender
Bewegungsgeschicklichkeit der Drang ein, auch alles zu benennen,
was da erlebt wird. Der Erwachsene wird vom Kind aufgefordert, den
umgebenden Ereignissen und Dingen eine Bezeichnung zu geben.
Alles wird aufgenommen was Sprache ausmacht: Stimme, Ton,
Gesichtsausdruck, Geste, Körperhaltung und Bewegung des
Sprechenden. Das Kind ist ganz in dem Element von Melodie und
Rhythmus der Sprache und es beginnt nachzusprechen. Sprach- und
Bewegungsentwicklung sind ganz eng miteinander verbunden: je
feiner das Gefühl für die eigene Körperbewegung und -beherrschung
sich ausbildet, um so mehr ist auch eine gute Sprachbildung zu
beobachten.
Bei voranschreitendem Sprachprozess erwacht daran auch das
Empfinden der eigenen Persönlichkeit. Ganz deutlich ist an den
Kindern abzulesen, wenn sie mit dem Wort "ICH" auch
wirklich sich selbst bezeichnen. Sie erinnern sich an ein Gestern
und beginnen einfache Zusammenhänge zu verstehen. Sie drücken das
im Spiel aus: erste Rollenspiele entstehen und Spielzeuge, wie
z. B. ein Bauklotz, werden in der Phantasie zu dem verwandelt, was
gerade benötigt wird. In der Zeit des Spracherwerbs war die
Funktion des Spielzeugs noch ganz real an die wahre Benennung
gebunden.
In allen drei Phasen benötigt das Kind Raum, Zeit und Ruhe. Raum
für ein Zugehen auf die Welt, Zeit für Erfahrungen und Üben, Ruhe
für Sammlung und Konzentration.
2.1.2. Kinder von 3 bis 5 Jahre
Immer deutlicher zeigt sich jetzt bei den Kindern eine neue
Fähigkeit: die kindliche Phantasie. Diese will ständig Neues
schaffen und umwandeln. Durch Anlässe von außen angeregt werden
viele Gegenstände "zweckentfremdet" und irgendwelche
Materialien, die nur entfernt an etwas erinnern, werden mit Hilfe
der Phantasie zu "echten" Dingen.
Die Kinder ahmen die Handlungen, Erlebnisse des täglichen Lebens
nach, die Spielprozesse wandeln sich dauernd. Die Konzentration
liegt in der Kontinuität des Spiels.
Wichtig ist, dass die Phantasie über das Vorhandene hinausgehen
kann, dass sie etwas zu tun hat, denn durch die von innen
kommende Aktivität wächst im Kind das Vorstellungsvermögen,
das in späteren Jahren als Grundlage des schulischen Lernens
benötigt wird.
Wie nebenbei verinnerlicht das Kind im freien Spiel auch seine
Welterfahrung. Es "begreift" buchstäblich
naturgesetzliche Zusammenhänge. Dieser Wissenserwerb der
"Selbstbildung" erfolgt nicht durch gedankliche
Betrachtung und Reflexion, sondern durch tätiges Sich-Verbinden
mit der Welt und intensivster Wahrnehmung der Phänomene.
Die Sprach- und Bewegungsentwicklung ist weiter vorangeschritten,
alle seelischen und geistigen Aktivitäten sind ganz nach außen
gerichtet, sinnlich konkret mit der Umgebung verbunden. Auch das
Gedächtnis ist noch daran gebunden (Lokalgedächtnis).
2.1.3. Kinder von 5 bis 7 Jahre
Um das 5. Lebensjahr herum hat das Kind schon eine beachtliche
Sprach- und Bewegungskompetenz erreicht. Die Kinder werden
geschickt bis in die Fingerspitzen hinein. Immer mehr erwacht
soziales Verhalten, die Fähigkeit zur Antizipation von
Handlungsabläufen tritt hervor; das heißt, die Kinder haben jetzt
ein inneres Bild; unabhängig von äußeren Reizen, setzen sie dies
in ihr Spiel um. Sie verfügen schon über ein beachtliches Maß an
Überschau und organisieren sinnvolle Abläufe mit Regeln und
Rangordnungen. Weil ganze Handlungsabläufe erinnert- und
zielgerichtet nachvollzogen werden können, wird auch das Spiel
ausdauernder.
Spontan können sich diese Kinder noch auf jede Neuigkeit, die sich
während des Spiels ergibt, einlassen und fügen sie phantasievoll
in den Ablauf ein. Mit großer Freude und wachsender Ausdauer
können sich die Kinder dieser Altersstufe auch einer Aufgabe,
z. B. einer Werk- oder handarbeit zuwenden; auch zeigt sich die
Phantasie beim Formen mit Bienenwachs und beim Malen mit Wachs-
und Aquarellfarben.
Das schulreife Kind hat körperlich den Gestaltwandel vollzogen,
befindet sich im Zahnwechsel, zeigt Geschicklichkeit im
sensomotorischen Bereich, innerlich verfügt es über ein
Vorstellungsvermögen, da sich vom sinnlich Konkreten unabhängig
macht und gedanklich Wahrgenommenes verarbeiten kann und nun als
Denkfähigkeit zu Tage tritt.( Siehe BEP 2.2 bis 2.9)
2.2. Pädagogische Gestaltung
2.2.1. Kleinkindbereich
In der Beobachtung der Kinder zwischen 2 und 3 Jahren hat sich
gezeigt, dass ihre Bedürfnisse sich deutlich von den älteren
unterscheiden. Um eine optimale Förderung der grundlegenden
Fähigkeiten der Bewegungs-, Sprach-, und Denkentwicklung zu
erreichen, gibt es in der Einrichtung eine Kleinkindgruppe mit
10 Kindern.
Wichtige Gestaltungskriterien sind dafür:
Großer Bewegungsfreiraum zum Spielen
Spielzeug angepasst auf die Alterstufe:
Hocker, Bretter, Stühle und Holzspielständer können fei
zusammen gestellt werden zur Förderung der
Bewegungsentwicklung. Naturmaterial fördert durch
unterschiedliche Beschaffenheit die Sinneswahrnehmung.
Spielhäuser bieten geborgenen Raum, zum hinein- und hinausgehen.
Lernen durch Nachahmung - Vorbild des Erziehers:
Durchschaubare, liebevolle Handlungen des Erwachsenen regen
die Kinder zu eigenem Tun an: Zubereiten der gemeinsamen
Brotzeit, herstellen und reparieren von Spielzeug, pflegen
und gestalten des Raumes, arbeiten im Garten.
Rhythmus und Wiederholung:
Ein sich wiederholender Ablauf des Tages gibt den Kindern
Sicherheit, Verlässlichkeit und Geborgenheit: "so wie
es heute ist, wird es auch morgen sein". Die Kinder
erinnern sich an der Wiederholung, da das Erinnern an
Gestern und Morgen noch nicht da ist. Grenzen und gute
Gewohnheiten werden zu angelegt. Es herrscht starke Bindung
der Kinder an die Eltern und Betreuungspersonal:
Eingewöhnungszeit mit den Eltern, Einbinden der Eltern in
die pädagogische Arbeit durch Mithilfe in der Gruppe,
Elternabende, Gespräche zum Entwicklungsstand des Kindes,
Vorträge. Das Betreuungspersonal bleibt steht gleich.
2.2.2. Altersgemischte Gruppe
Erfahrungsgemäß sind die Kinder zwischen 3 und 4 Jahren
"kindergartenreif", d. h. sie sind körperlich und
seelisch in der Lage, sich in einer größeren altersgemischten
Gruppe zurechtzufinden und sich dort wohl zu fühlen. In
besonderen, vorher abgesprochenen Fällen, nehmen wir auch jüngere
Kinder auf. Für die speziellen Bedürfnisse kleinerer Kinder ist
eine Kleinkindgruppe eingerichtet (ab 2,5 Jahren).
Das Kind hat einen nicht nachlassenden Tätigkeitsdrang,
grenzenlose Offenheit und Hingabefähigkeit an alle Eindrücke und
Einflüsse der Umgebung, Ur-Vertrauen in die Welt und Ur-Vertrauen
in die eigenen Kräfte.
Das leiblich, seelische und geistige Zusammenspiel der Kräfte ist
ein äußerst sensibler, störanfälliger Prozess, der immer wieder
Anstrengung erfordert in ein gesundes Gleichgewicht gebracht zu
werden. Daraus erwächst für den Erzieher die Aufgabe, dem Kind
Orientierung zu geben, Verantwortung zu übernehmen und eine
entwicklungsfördernde Umgebung zu gestalten, die Anreize bietet
für die notwendigen Erfahrungen, die soziale Interaktion fördert
und zugleich einen Schutzraum schafft, in welchem sich das Kind
ungestört entfalten kann.
Mit diesem Anliegen stimmt die moderne Salutogeneseforschung
("Herkunft der Gesundheit") in allen Bereichen mit der
Waldorfpädagogik überein.
Zusammenfassend gilt für die pädagogische Umgebung des Kindes:
Ist diese verlässlich geordnet, rhythmisch strukturiert, seelisch
gefestigt und geistig authentisch, dann gibt sie dem Kind Halt und
diesen Halt benötigt das Kind um sich im Spiel, seinem
"Beruf", frei entfalten zu können.
Für ihr Spiel brauchen die Kinder viel Bewegungsfreiraum. Das
Spielmaterial ist einfach und vielfältig: Körbe mit Zapfen,
Kastanien, Muscheln und Steinen, Wurzeln und Hölzern, dazu Tücher
und Spielständer, Bänder, einfache Puppen, gestrickte Tiere -
nichts ist fertig, alles kann sich verändern von einem Augenblick
zum nächsten, ein Stückchen Holz, gerade noch ein Bügeleisen, wird
zum Telefon. So werden Phantasiekräfte gepflegt und entwickelt,
die später zur Grundlage eines kreativen Denkens werden können.
(siehe BEP 7.2 bis 7.9).
Lernen durch Nachahmung - Vorbild des Erziehers:
Die Erwachsenen arbeiten sichtbar und durchschaubar vor
und mit den Kindern. So erleben die Kinder sinnvoll tätige
Menschen, die ihre Arbeit gerne tun und werden dadurch zu
eigenem Tun angeregt. Das Lernen durch Nachahmung ist das
leitende Prinzip für die ersten sieben Jahre (siehe BEP
2.7 Seite 32, Abs. 3). Liebevolle Begegnungen mit
Erwachsenen stärken im Kind ein positives Lebensgefühl und
die Kraft zum Bejahen und meistern von Widerständen,
veranlagen somit Resilienz, geistige Gesundheit (siehe BEP
5.10).
Rhythmus und Wiederholung:
Sie geben dem Kind das Gefühl von Sicherheit und
Geborgenheit. Der sich täglich wiederholende Tagesablauf,
das Pflegen von Ritualen, die rhythmische Gestaltung der
Woche mit den sich wiederholenden künstlerischen und
handwerklichen Tätigkeiten, den jeweiligen Mahlzeiten,
wiederkehrende Ereignisse im Jahreslauf, die Freude und
Vorbereitungen auf die Feste unterstützen die seelische
Ausgeglichenheit der Kinder und wirken bis in ihre
körperliche Gesundheit hinein (siehe BEP 2.5 , Seite 30,
Abs. 3). Wichtig ist, dass das Kind möglichst viele
sinnlich konkrete Erfahrungen machen kann; so kommt der
Pflege der Basalsinne (Tast-. Bewegungs-, Gleichgewichts-,
visceraler Sinn) besondere Aufmerksamkeit zu, das Kind
erwirbt seelische Gesundheit, Kohärenz.
Das freie Spiel der Kinder:
Diese Zeit ist eine Fundgrube aller unter BEP 5
Basiskompetenzen und BEP 8 ( bis 8.3)
Schlüsselkompetenzen aufgeführten Inhalten. Dieses Spiel
ist in einer Waldorfeinrichtung im wahrsten Sinne des
Wortes frei. Dort erfahren sie Eigenwahrnehmung, Handeln
im sozialen Kontext, Umgang mit Veränderungen und
Belastungen, Problemlösendes Verhalten, gegenseitige
Hilfestellung und vieles mehr.
2.3. Bewusstes Miterleben und Gestalten eines gesunden
Ernährungsverhaltens (BEP 7.10)
Die Kinder bereiten täglich mit einer Erzieherin kleine Mahlzeiten
zu. Die Lebensmittel stammen ausschließlich aus biologisch-dynamischen
Landbau.
Die Gerichte wechseln täglich, sind aber in einem wöchentlichen
Wiederholungscharakter. Die Frühstückszubereitung hat also auch
einen rhythmischen Aspekt, der sich ebenfalls gesundheitsbildend
auf die Kinder auswirkt!
Jeden Montag wird Vollkornbrot mit Butter bestrichen und wahlweise mit Kräutersalz bestreut oder mit Marmelade bestrichen. In den Monaten von Frühling bis Herbst verwenden wir ausserdem Kräuter aus dem eigenen Garten. Dieser Garten wurde/wird von den Kindern angelegt und gepflegt. Kräuter wie Salbei, Pfefferminze und Zitronenmelisse verwenden wir zudem zur Zubereitung von Kräutertee, der ebenfalls täglich als Getränk angeboten wird.
Dienstags wird Müsli mit saisonalen Früchten wie z.B. Zwetschgen, Birnen, Äpfel, Nüssen und auch zusätzlich Birnen oder Weintrauben zubereitet.
Am Mittwoch gibt es Hirsetaler, auch "Goldtaler" genannt. Die Arbeitsgänge zur Zubereitung bestehen aus: Hirse kochen, ausquellen lassen, abkühlen, würzen mit Salz und Suppenkräutern. Danach Formen wir kleine Taler und backen sie auf Blechen im Ofen. Wie jeden Tag wird frisches Obst und Gemüse gewaschen, geschält (falls nötig), geschnitten und auf Tellern appetitlich arrangiert.
Am Donnerstag wird gebackener Reis in einer Auflaufform zubereitet. Hier geht es hauptsächlich um das Mischen der Zutaten: Butter, Zimt, Reis, Rosinen, Milch! Anschließend wird der Auflauf im Herd gebacken. Zu dieser Speise wird Apfelmus mit Zimt-Rohrzuckermischung zum Bestreuen gereicht.
Freitags backen wir Semmeln aus Weizen- und Dinkelmehl (Hefeteig): Dazu schütteln die Kinder in entsprechenden Bechern frische Sahne zu Butter. Die Semmeln werden von jedem Kind selbst bei Tisch bestrichen; dazu wird der obligatorische Teller mit Obst und Gemüse aufgestellt.
So riecht es bei uns jeden Tag köstlich!
Folgende Getreidearten sind in unserem Ernährungsplan vorhanden:
Roggen, Hafer, Hirse, Reis, Weizen und Dinkel. Wir praktizieren
eine ausschließlich vegetarische Vollwerternährung. Als
Getränke werden immer Kräutertee und Wasser, bei Festen
Saftschorlen aus 100% Fruchtsaft angeboten.
Bei der Essenszubereitung entstandene Reste, z.B. Schalen oder
Krümel vom Tisch, kommen in den Bio-Abfall, bei uns
"Mutter-Erde-Eimer" genannt. Den Kindern ist
der Vorgang des Kompostierens und Wiedereingliederns in den
Naturkreislauf bekannt.
Die täglich frisch zubereiteten Speisen werden bei einem
gemeinsamen Frühstück verspeist. Dazu gehören auch das
Tischdecken durch die "Helferkinder", das
richtige Geschirr und die richtige Anzahl an
solchem. Zudem werden die Tische mit Kerzen und Blumen
(je nach Jahreszeit) geschmückt.
"Feste-Tische" erhalten immer eine besondere Gestaltung,
dem Anlass entsprechend. Bei speziellen Festen wird auch etwas
besonderes gekocht, z.B. "Dreikönigskuchen" (nach
französischem Originalrezept) zum Dreikönigsfest.
Ein Glöckchenläuten und ein Tischspruch zu Beginn
und Ende des Frühstücks gehören zum festen Bestandteil unseres
gemeinsamen Essens.
Über das Jahr verteilt gibt es immer wieder Gestaltungen, die das
Erlebnis, woher unsere Nahrung kommt, in den Mittelpunkt
stellen: Der Nikolaus bringt uns z.B. einen kleinen Weizenkörnersack;
diese Körner pflanzen wir vor Ostern in Pflanzschalen und setzen
die Keimlinge Anfang Mai zuhause in den Garten. Im Herbst bringen die
Kinder das reife Getreide in Ähren mit zum Kindergarten, wo es
gedroschen und gemahlen wird und daraus Pfannkuchen gebacken
werden.
Bitte beachten Sie den Aspekt, dass unsere Ernährungserziehung
ein ganzjähriges Angebot ist. Es handelt sich nicht um ein zeitlich
begrenztes Projekt - es ist unser Lebensalltag im
Kindergarten!
Optional bieten wir den Kindern, die länger betreut werden, ein
Mittagessen an. Auch das Mittagessen wird frisch und ökologisch
zubereitet und wechselt täglich, jedoch in folgendem wöchentlichen
Rhythmus:
Montags: Reis mit Gemüse.
Dienstags: Nudeln mit Tomatensoße und Streukäse.
Mittwochs: Gemüsesuppe mit Hirse.
Donnerstags: Eintopf mit Kartoffeln, Lauch, Zucchini, Gelbe Rüben und Zwiebeln.
Freitags: Pizza
Zusätzlich wird an jedem Tag als Beilage oder Nachspeise Apfel,
Gurke und Gelbe Rübe angeboten.
2.4. Bewegungserziehung im Kindergarten (BEP 7.11)
Die Waldorfpädagogik, nach der wir in unserem Kindergarten
arbeiten, geht von der Erkenntnis aus, dass jegliche
Bewegung das Elementarbedürfnis des Kindes ist. Aus diesem Grund
sind alle Gestaltungen im Erziehungsalltag danach ausgerichtet:
Wir haben eine Öffnungszeit von 7:45 Stunden. Viereinhalb Stunden davon verbringen die Kinder in frei gewählter oder bewusst geführter Bewegung. Die restliche Zeit wird im Sitzen und Zuhören oder beim Schlafen verbracht. Auch die Ruhe gehört zur sinnvollen Bewegung!
Frei gewählte Bewegung des Kindes ist das Spiel
allgemein:
Wir haben kein fertiges Spielmaterial, sehr viel
Naturmaterialien, keine Tischspiele. Die Kinder
bauen Häuser (auch einstöckig) aus Holzständern, Brettern,
Tüchern, Klötzen, Rinden, Wurzeln, Tischen und Stühlen.
Alles muss zusammengetragen, ausbalanciert, hoch- und
heruntergeschleppt werden. Sie bauen in großen Gruppen
(5-6 Kinder) und es wird oft umgeplant und umgebaut.
Auch der Aufbau von kleinen Landschaften und Puppenspielen
hält sie ständig in Bewegung, da alles Benötigte erst
herbeigeschafft werden muss.
Diese Zeit des freien Spielens und Bauens beträgt zwei
Stunden im Gruppenraum und eine Stunde im Garten, wo ihnen
auch Bretter, Klötze, Schubkarren und Gartengeräte zur
Verfügung stehen.
Wir gehen täglich ins Freie, ohne Rücksicht auf das Wetter, jedoch in entsprechender Kleidung! Hier ist nicht nur die Bewegung an der frischen Luft zu beachten, sondern auch die belebende Wirkung auf den Leib und die Seele durch die Natur!
Zu den bewusst geführten Bewegungen gehören zunächst unsere
handwerklichen Tätigkeiten:
Wir arbeiten sehr viel mit Holz: sägen, schnitzen, feilen,
schmirgeln. Wir töpfern, weben, nähen, dreschen, führen
Lederarbeiten durch.
Ein zentraler Bestandteil der pädagogischen Arbeit ist
der Reigen, eine Art "Bewegungsgeschichte":
Verse und Lieder werden zu einer Geschichte gestaltet und
während des Erzählens mit sinnvoll geführten Bewegungen
dargestellt.
Auch die Eurythmie ist an dieser Stelle zu
erwähnen:
Eine Art "beseeltes Turnen" nach den Gesetzen
der Sprache und der Musik. Dazu kommt eine speziell darin
ausgebildete Eurythmistin wöchentlich in die Gruppe.
Natürlich fehlen auch Kreisspiele und Tänze sowie Hand-, Finger- und Fußspiele nicht in unserem Angebot. Im Garten bieten sich Hüpfkastenspiele, Stelzen, Sprungseile und Balancebalken den Kindern an.
2.5. Informations- und Kommunikationstechnik,
Medien
Medienkompetenz entsteht nicht am Medium.
Eine so genannte Medienkompetenz wird nicht durch sofortige
Mediennutzung in der frühen Kindheit erreicht, sondern durch den
Erwerb ganz anderer Kompetenzen, die vorausgehen müssen. Die
wichtigste und grundlegendste von ihnen ist die vollständige
Ausbildung der motorischen und sensorischen Fähigkeiten, durch die
das Gehirn des Kindes erst seine volle Leistungsfähigkeit erlangt
und der Organismus die nötige Stabilität gewinnt um sich gesund
entwickeln zu können. Das Kind ist existenziell darauf angewiesen,
seine Sinnesorgane möglichst differenziert entwickeln zu können,
indem es die Welt mit ihrer Fülle der unterschiedlichsten
Wahrnehmungsqualitäten immer wieder unmittelbar tätig erlebt. Das
Kind lernt über die verschiedenen Sinnesorgane (Gehör,
Geschmackssinn, Auge, Tastsinne, usw.) einen Gegenstand zu begreifen
und zuzuordnen. Die Fähigkeit, Informationen aus verschiedenen
Sinnesbezirken durch die eigene innere Aktivität im Zusammenhang
zu bringen, muss in einem langen Lernprozess erworben werden. Sie
bildet die Grundlage für Denken und Urteilsvermögen, und auf sie
gestützt kann der junge Mensch in späteren Jahren aus Daten Wissen,
aus Symbolen Bedeutung, aus Texten Sinn schöpfen.
Eben diese Fähigkeit, die in den ersten Kindheitsjahren veranlagt
werden muss, lässt sich an den elektronischen Medien prinzipiell
nicht ausbilden.
Wenn Bildung wirklich vom Kind her gedacht werden soll, wie in den
aktuellen Bildungsplänen gefordert, dann müssen die
Gesetzmäßigkeiten der kindlichen Entwicklung die Beachtung finden,
die ihnen gebührt. Solange die Entwicklungsfenster für die Ausreifung
der den Sinnesorganen zugeordneten Gehirnareale noch nicht offen
sind und alle sinnlichen Eindrücke unmittelbar die Vernetzung
des Gehirns formen, ist es schon aus physiologischen Gründen nicht
zu verantworten, in vorschulischen Einrichtungen Bildschirmmedien
einzusetzen.
So sehr die Waldorfpädagogik Wert darauf legt, in den höheren
Klassen der Schule Medienkunde und Computeruntericht stattfinden
zu lassen, so entschieden lehnt sie es ab, elektronische
Medien im Kindergarten und im Grundschulbereich als pädagogische
Mittel einzusetzen - nicht aus Medienfeindlichkeit, sondern im
Gegenteil um die spätere Medienkompetenz in bestmöglicher Weise
Wirklichkeit werden zu lassen.
2.6. Besondere Arbeiten mit den Vorschulkindern
Im Künstlerisch - handwerklichen Bereich:
Holzschwerter: planen, messen, sägen, feilen,
schmirgeln, leimen, schnitzen.
Näharbeiten: werden bereits mit dem Vor-/rückstich
und dem Knopflochstich ausgeführt.
Weben: Jedes Vorschulkind fertigt sein eigenes
Werkstück auf einem kleinen Holzwebrahmen an.
Farbgestaltung - saubere handwerkstechnische Durchführung -
Durchhaltevermögen.
Krippenfiguren aus Astholz: schnitzen, feilen,
schmirgeln, sägen, bemalen, Bekleidung nähen.
Martinslaternen: sind für die Vorschulkinder von
den feinmotorischen Anforderungen meist schwieriger
(Differenzierung) z. B. Fünfsternlaternen.
Holzschiffe: Schiffsrumpf aus 10 bis 14 cm dicken
Vierkanthölzern, planen, messen, sägen, feilen, schmirgeln,
Reling bohren, Holzstifte einleimen, Mast bohren, Mast
schnitzen, einleimen, Segel nähen, Reling bespannen,
Ziehseil.
Schultüten: Jedes Vorschulkind fertigt seine
Schultüte selbst aus bemalten Aquarellpapier und einem
Tütenrohling.
Seidenmarionetten: aus pflanzengefärbten
Seidenstoffen und Rohwolle, persönliche Ausgestaltung der
Figur, Seide verlangt beim Nähen höchste feinmotorische
Anforderungen.
Im sprachlichen Bereich:
Die Vorschulkinder übernehmen einzeln kleine Rituale,
Sprüche und Lieder. In der Zeit nach Ostern spielen sie
bei Puppenspielen mit und sprechen die Texte.
Ebenfalls in dieser Zeit lesen wir eine Fortsetzungsgeschichte,
deren Inhalt von ihnen nacherzählt wird. Beim Abschiedsfest
für die Schulanfänger spielen die Kinder mit ihren selbst
genähten Marionetten ein von der Erzieherin eigens für die
betreffenden Rollen verfasstes Theater.
Im mathematisch - naturwissenschaftlichen Bereich:
Bewussteres Wahrnehmen der Phänomene der uns umgebenden
Welt und deren erste gedankliche Verarbeitung. Bewegen im
Zahlenraum durch im Alltagsgeschehen anfallende Aufgaben.
Exkursionen:
Ausflug der Vorschulkinder zur Umweltstation nach Isarmünd.
Gestaltungen für die Kinder durch die dortige
Umweltpädagogin.
Führung durch die Bienenzuchtstation durch einen Imker.
Ausflug zum Nationalparkmuseum. Aktionen durch dortige
Umweltpädagogen.
2.7. Elternarbeit
Eingewöhnung der Kinder:
Die Eltern, die ihr Kind zu uns in die Tageseinrichtung
bringen, haben die Möglichkeit, ihr Kind eine zeitlang zu
begleiten. Dies geschieht nach einem ganz individuell mit
den betreffenden Eltern abgesprochen Modus und Zeitrahmen.
Der begleitende Elternteil ist in der Gruppe tätig:
Anfertigen von Spielzeug, Reparaturarbeiten und vieles
mehr. Über die Nachahmung kann das Kind in die eigene
Tätigkeit schlüpfen. Eltern und Kind bauen eine emotionale
Beziehung zum Betreuungspersonal und der Gruppe auf. Die
Gruppe ist dann ein erweiterter "Familienkreis"
(siehe BEP 6.1.1.).
Elternabende:
Es gibt jährlich ca. 6 Elternabende. Diese sind thematisch
sowohl der Waldorfpädagogik als auch dem speziellen
Gruppengeschehen gewidmet.
Eltern-Einzelgespräche:
Im 14tägigen Turnus bieten wir Einzelgespräche an.
Diese sind vorrangig Entwicklungsgespräche.
Integrationskinder:
Besonderes Augenmerk wird in der Elternarbeit den
Integrationskindern und deren speziellen Bedürfnissen
gelegt (wie unter 2.12. geschildert).
Gemeinsame Feste:
Dies sind grundsätzlich Feste für die Kinder. Hier können
die Eltern Einsicht nehmen in die Gestaltungen der
Jahresfeste und Elemente in ihre Familientraditionen mit
aufnehmen. Selbstverständlich ist in den
Vorbereitungsarbeiten immer die Hilfe der Eltern von
Nöten. Während eines Jahres gestalten wir ca. 6 Feste
gemeinsam.
Elternbriefe - Infos:
Der Elternbrief wird regelmäßig vom Elternbeirat
herausgegeben. Dort findet man Mitteilungen, die das
Gruppengeschehen betreffen, Nachrichten aus dem Vorstand,
Aktivitäten des Elternbeirates.
Eine Infotafel rechts der Eingangstür bietet ebenfalls
Nachrichten aus den oben genannten Bereichen. Links der
Eingangstür steht den Eltern eine Anschlagtafel für
Mitteilungen Eltern an Eltern zur Verfügung.
Des weiteren gibt es besondere Schreiben zu bestimmten
Festgestaltungen.
Lieder- und Sprüchesammlungen werden regelmäßig an die
Eltern verteilt.
Der kurze Austausch zwischen "Tür und Angel" ist
uns wichtig, um nichts auf die lange Bank zu schieben oder
einen geeigneten Termin zu finden.
Ausflug:
Einmal jährlich macht die gesamte Einrichtung einen Ausflug
mit Eltern, Geschwistern, Großeltern. Das Ziel liegt bis
jetzt immer im Nationalpark.
2.8. Fortbildungen
Der Freie Kindergarten arbeitet auf der Grundlage der Waldorfpädagogik. Dies erfordert eine 3-jährige Zusatzausbildung. Die Erzieherinnen Maria Anna Kristahn und Renata Heining haben diese im Sommer 2006 abgeschlossen.
Die Erzieherin Renate Löffelmann hat im Sommer 2006 die Ausbildung zur "Waldorfspielgruppenleiterin" beendet. Diese Ausbildung richtet seinen Blick besonders auf das Kleinkind im Alter zwischen 2 und 3,5 Jahren und deren Führung in einer Gruppe.
Zweimal im Jahr finden ganztägige Seminartreffen auf Regionalebene statt. Dazu treffen sich Waldorferzieherinnen aus dem gesamten südbayerischen Raum um gemeinsam mit einem Fachdozenten an einem pädagogischen Thema zu arbeiten.
Viermal jährlich treffen sich Waldorferzieherinnen auf Bezirksebene. Auch hier wird gemeinsam an pädagogischen Themen gearbeitet.
Wir nehmen auch regelmäßig an Schulungen und Kursen teil,
die über das Jugendamt angeboten werden:
Sprachförderprogramm Tagesstätte - Grundschule
Mathematische Frühförderung - Dr. Loibl
Übergang Tagesstätte - Grundschule
Wir hospitieren in anderen Waldorfeinrichtungen.
2.9. Tagesablauf
7:15 - 8:30 Uhr:
Ankommen der Kinder und freies Spiel; Zubereiten der
gemeinsamen Mahlzeit; Künstlerische oder handwerkliche
Tätigkeit dem Wochentag entsprechend; Malen mit
Wachsmalkreiden oder -blöcken.
9:30 Uhr:
Gemeinsames Aufräumen, das immer mit dem gleichen Lied
begonnen wird; anschließend Stuhlkreis - Morgenlied -
Handgestenspiele; Händewaschen - aufrollen der Häkelbänder;
"Öltröpfchen" (Duftöl) austeilen mit Spruch;
Reigen: eine Art Bewegungsgeschichte, der Jahreszeit
entsprechend.
10:30 Uhr:
Gemeinsames, ökologisches Essen - jeder Wochentag hat ein
bestimmtes Gericht; Anziehen für den Garten.
11:00 Uhr:
Gartenzeit: Spielen und Arbeiten im Garten.
12:00 Uhr:
Abschluss im Gruppenraum: Puppenspiel (Tischtheater),
frei erzähltes Märchen oder Geschichte je nach Jahreszeit
eingerahmt von Sprüchen und Liedern.
12:30 -13:00 Uhr:
Kinder, die nicht Mittagessen, können abgeholt werden und
werden getrennt betreut; entweder im Garten (Sommer) oder
mit Kreisspiele (Winter).
12:30 - 13:00 Uhr:
Gemeinsames, ökoligisches Mittagessen mit einem bestimmten
Gericht pro Wochentag.
13:00 - 13:30 Uhr:
Kinder, die nicht Ruhen, können abgeholt werden und werden
getrennt betreut mit Freispielzeit, Maltisch, ...
13:05 - 14:15 Uhr:
Ruhezeit; bis 9 Kinder können in einem eigenen Raum
schlafen und nochmals bis 9 Kinder in einem Raum ruhen.
14:15-14:45:
Abholzeit.
14:45-15:00:
Ende der Betreuungszeit.
2.10. Wochenrhythmus
Montag:
Malen mit Aquarellfarben.
Dienstag:
Handwerkliche Tätigkeiten je nach Epoche und Jahreszeit.
Mittwoch:
Handwerkliche Tätigkeiten - Plastizieren mit Bienenwachs.
Donnerstag:
Eurythmie - Ausflug in den Stadtpark.
Freitag:
Handwerkliche Tätigkeiten.
2.11. Jahresrhythmus
Wir fangen jetzt an... (14 Tage):
Spiele und Tänze zum Kennenlernen, Einführung in das
Spielmaterial, Essenszubereitung, Gartenpflege, Anlegen
guter Gewohnheiten, kleine Rituale.
Puppenspiel: Vom Büblein, dass überall hin hat mitgenommen
sein wollen.
Eingewöhnung der neuen Kinder.
Erntezeit (3 Wochen):
Reigen: Wir fahren unsern Weizen ein
Puppenspiel: Vom Entlein, Gänslein und Hühnlein.
Tätigkeiten: Dreschen, mahlen mit der Handmühle,
Pfannekuchen backen.
Geschichte: Der Pfannekuchen.
Sprüche: Seht die Mühle auf dem Hügel; Ribbedi,
rabbedi ....; Wichtelmännlein Ehrenwert;
Blitzeblank, vielen Dank.
Lieder: Jetzt kommt die liebe Erntezeit; Wir fahren
unsern Weizen ein; Ich darf auf die Erde vertauen;
Der Sommer zieht von hinnen; He, ho, spann den
Wagen an...
Erntedankfest am Samstag: Eltern, Geschwister,
Kindergartenkinder, 15 Uhr bis 17.30 Uhr.
Michaelizeit (3 Wochen):
Reigen: Ritter Georg
Puppenspiel: Die Königstochter in der Flammenburg
Tätigkeiten: Jedes Vorschulkind macht sich ein
Holzschwert; Faltschnitt: Flammenburg
Geschichte: St. Michael und die Weltenschale
Sprüche: In klarer Herbstesnacht; Wir ziehen vor
das goldne Tor; Im Garten steht ein Apfelbaum
Lieder: In Gottes Namen fahren wir; St. Michael oh
steh uns bei; Ein Ritter will ich werden; Wenn ich
groß bin.
Michaelifest: Freitags Mitte Oktober während der
Kindergartenzeit, nur Kindergartenkinder.
Martinszeit (vier Wochen):
Reigen: Die Tiere bereiten sich auf den Winter vor;
Wettergeschehen im Herbst; St.Martins-Lied.
Puppenspiel: Das Hirtenbüblein.
Tätigkeiten: Laternen aus Architektenpapier mit
Wachsblöcken bemalen.
Geschichte: Vom Zwerg wurzelfein und der Natur im
Herbst.
Sprüche: Ich trag meine feine Laterne; Was ich tu
und wo ich schreite; Wind, Wind sause; Blitzeblank,
vielen Dank.
Lieder: Ich geh mit meiner Laterne; Durch die Straßen
auf und nieder; Am Himmelszelt die Sternchen; Wir
tragen unsere Laternen; Ich hab eine feine Laterne;
Es dunkelt schon der Wind der weht.
Laternenumzug: 16:30 Uhr Beginn mit dem Puppenspiel
"das Hirtenbüblein"; anschließend Entzünden
der Laternen und Umzug durch den Stadtpark. Dort
sind einzelne Stationen aufgebaut, an denen wir
verweilen; Singen; Sprüche. Rückkehr in den Garten
und singen des St.-Martinsliedes vor einer
St.-Martinsfigur aus Wolle. Teilen der Martinshörnchen
bei warmen Früchtetee. Ausklang mit Abendlied.
Zwergenzeit (zwei Wochen):
Reigen: Was klimmt und klettert durchs Gestein...
Puppenspiel: Das Hirtenbüblein.
Tätigkeiten: Weben der Schulanfänger (jeder gestaltet
sein eigenes Werkstück); Sägen und Schnitzen der
Krippenfiguren.
Bilderbuch: Die Erdenreise des kleinen Engels.
Sprüche: In die Berge lasst uns gehen...; Ole dole
mink, mank...; Gehn wir durch den Wald im Dunklen;
Abend wenn es schummrig wird.
Lieder: Hinterm Berg; Was klimmt und klettert durchs
Gestein.
Adventszeit (vier Wochen):
Reigen: Kleines Weihnachtsspiel (Herbergssuche,
Geburt, Anbetung der Hirten).
Tätigkeiten: Kleiner Krippengarten aus Naturmaterial;
Stern aus Goldkarton; Krippenfiguren nähen; Kerzen
ziehen aus Bienenwachs.
Geschichte: "Licht in der Laterne" Maria
und Josef auf dem Weg nach Bethlehem.
Gestaltungen: Adventskalender (aus Kunstpostkarten);
Krippenlandschaft, in der Maria und Josef wandern;
Sternentreppe (Stern wandert zur Erde).
Lieder: Stern über Bethlehem; Es ist für uns eine
Zeit gekommen; O Tannenbaum; Über Sterne, über
Sonnen; Maria durch den Dornwald ging; Es ist
ein Ros entsprungen; Es kommt ein Schiff geladen.
Adventlicher Abschluss: Letzter Kindergartentag vor
Heilig Abend, 17:00 Gang der Kinder in die
Adventsspirale:
Wir beschließen die Adventszeit, wie jedes Jahr mit
dem Gang der Kinder in die Adventsspirale.
Während dieser Brauch als herkömmliche Festeinrichtung
fast unbekannt ist, fand er in Waldorf-Einrichtungen
weite Verbreitung. Zum ersten Mal berichten davon
Menschen, die innerhalb der heilpädagogischen
Einrichtung "Sonnenhof" bei Arlsheim tätig
waren. Dorthin wurde die Adventsspirale von einer
Ordensschwester gebracht, die aus der München Gegend
stammte. Weiter ist diese Gepflogenheit nicht zu
verfolgen, denn als Volksbrauch ist sie nicht
bekannt.
Aus Tannenreisig und Moos wird auf dem Boden eine
Spirale gelegt; im Innern der Spirale leuchtet ein
Licht. Die Kinder kommen in den Raum, in dem nur
das Licht in der Mitte brennt. Jedes Kind erhält,
bevor es seinen Weg in die Spirale antreten darf,
eine auf einen Apfel gesteckte Kerze. Dann beginnt
sein Weg in die Spirale, um dort das eigene Licht
am Licht, das in der Mitte leuchtet, anzuzünden.
Das brennende Apfellicht wird dann auf die Spirale
gestellt, so dass am Ende die ganze Spirale hell
erleuchtet ist. Das Begehen des Weges wird mit
Singen begleitet.
Während wir im Kreis das Bild vom Außen- und
Innenraum haben, führt bei der Spirale in Weg von
außen nach innen. Wir können klar zwei Pole erkennen:
Zum einen muss jedes Kind den Weg nach innen suchen.
Im Innern der Spirale findet es das Licht. In diesem
Bild finden wir den adventlichen Weg nach innen
wieder. So wie wir in Kinderzeichnungen die Spirale
und den Kreis als ein Stadium auf dem Weg der
Individualisierung des Menschen erkennen, so können
wir auch bei diesem Weg nach innen von einem
Individualisierungsweg sprechen.
Zum anderen fügt jedes Kind sein Licht in die
Gemeinschaft der anderen Lichter ein, es stellt
sein Licht der Gruppe zur Verfügung. In dieser Geste
kommt ein Sozialisierungsbild zum Ausdruck. Es
drückt wiederum Menschheitsentwicklung in diesem
Bild aus. Zunächst gehen wir den Weg in die
Individualität, um dann unsere ureigenen Kräfte der
Gemeinschaft zur Verfügung zu stellen.
Noch weiteren Attributen des Adventsgärtleins lohnt
es sich nachzugehen. In der kältesten und dunkelsten
Zeit des Jahres, wenn die äußere Natur abstirbt,
tragen die Nadelbäume weiterhin ihr grünes
Nadelkleid. Sie behalte ihre Lebenssäfte dank einer
zarten Wachsschicht, die jede Nadel umgibt, bis in die
äußerste Peripherie hinein, während die Laubbäume
die Säfte zurückziehen und ihre Blätter abwerfen.
Dieser Eigenschaft verdanken es die Nadelhölzer,
das sie den Menschen zum Symbol der Lebenskräfte
wurden.
Besonders interessant ist aber das Licht, das auf
den Apfel gesteckt wird. Wenn wir eine Kerze
anzünden, entstehen Licht und Wärme, indem die
Flamme die Materie verzehrt. Wärme und Licht
haben aber nicht nur einen natürlichen, sondern auch
einen seelischen Aspekt. Wir sprechen davon, dass
ein Mensch "Wärme" ausstrahlt, dass er
"hitzig", oder zum Beispiel ein
"glühender" Verfechter dieser oder jener
Ideen ist; wir "entflammen" uns für
eine Idee; es ist die Rede davon, dass einem ein
"Licht" aufgegangen ist oder dass man
eine "Erleuchtung" hat. Wenn wir an das
Element der Wärme im seelischen Bereich denken,
meinen wir eigentlich Herzenskräfte; wenn wir von
Erleuchtung oder von Geistesblitzen reden, denken
wir eher an gedankliche Qualitäten. Dort, wo unsere
Gedanken ihre physische Grundlage haben, geht uns
ein "Licht" nur auf, wenn Materie zerstört
wird. Ständig müssen Gehirnzellen absterben, damit
wir Gedanken hervorbringen können. Hier lässt sich
die Verwandtschaft zwischen Licht und Gedanken, die
im Sprachgebrauch so oft unbewusst hergestellt wird,
entdecken.
Betrachten wir nun den Apfel, auf den die Kerze
gesteckt wird. Dem Apfel begegnen wir gleich am
Anfang der biblischen Erzählung von der Menschwerdung.
Als Folge des Bisses in den Apfel schildert uns die
Bibel die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies.
Bevor der Mensch vom Baum der Erkenntnis gegessen
hatte, durfte er durchaus vom Baum des Lebens essen.
Erst in dem Moment, da der Mensch vom Baum der
Erkenntnis gegessen hat, ist ihm das Essen vom Baum
des Lebens verwehrt. Es beginnt der Erdenweg des
Menschen, der einhergeht mit dem Auftreten des
Todes, durch den der Mensch aber auch zu seinem
individuellen ich findet. Diesen Gewinn schildert
uns die Bibel in den wenigen Worten: "Und Gott
der Herr sprach: Siehe, der Mensch ist geworden wie
unsereiner und weiß, was gut und böse ist".
(1.Mose 3,22).
Nehmen wir den Apfel als Bild jener Erkenntniskräfte,
die uns zu Erdenmenschen machten, und fügen wir das
Bild des Lichtes hinzu, so entsteht vor uns ein
neues Bild: Der Apfel, Symbol der irdischen
Erkenntniskräfte, wird zum Träger des Lichtes, in
dem wir jene Erkenntniskräfte gesehen haben, die
sich aus der irdischen Sphäre hinauszuringen
versuchen, die von der Naturerkenntnis zur
Geist-Erkenntnis aufsteigen wollen.
Dreikönigszeit (zwei Wochen):
Reigen: Die Könige folgen dem Stern
Geschichten aus der Dreikönigskrippe: Kinderheitslegenden
Jesu (von Jakob Streit).
Tätigkeiten: Weben mit den Schulanfängern; Spinnstock
schnitzen.
Sprüche: Geflogen kommt ein Spatz...; Rische, rusche,
ri..; Das Licht wir entzünden.
Lieder: Weht ein Wind, Winterwind; Die heiligen
drei Könige so sind wir genannt.
Dreikönigsfest: Zum Abschluss der Epoche in der
Gruppe.
Winter (eineinhalb Wochen):
Reigen: Gefroren hat es heuer...
Puppenspiel: Frau Holle.
Tätigkeiten: Weben der Schulanfänger; Spinnen mit dem
Spinnstock.
Sprüche: Ich falle vom Himmel; Wir hüllen die Erde
in Seide.
Lieder: Es steht ein Schloß in Schnee und Eis;
Schlaf gut kleine Weide..; Schnee, Schnee, Schnee;
Schneeflöckchen, Weißröckchen; Fröhlich ist die
Winterzeit; Ringel, rangel, Rosenkranz.
Fasching (eineinhalb Wochen):
Reigen: Ich bin ein Musikante.
Kasperltheater: Kasperl im Wald.
Tätigkeiten: Schellenbänder aus Leder fertigen.
Spiel mit dem Schellenstock: Wir spielen heute
Fasching.
Lieder: Wide, wide, witt.
Faschingsfest: Am "Faschingsfreitag" in
der Gruppe; Thema: Musik und Tanz auf dem Schloß.
Handwerkerepoche (drei Wochen):
Reigen: Wir wollen zum guten Meister gehen und seine
fleiß'ge Arbeit sehen...
Fingerspiel: Ich bin der Daumen Knuddeldick...; Das
ist der dicke Bäckersmann...
Tätigkeiten: Weben der Schulanfänger; Spinnen mit dem
Spinnstock. Besuch einer Schusterwerkstatt; Fahrt
mit dem Stadtbus.
Sprüche: Abends, wenn ich schlafen geh...; Himpelchen
und Pimpelchen...; Goldtröpfchen.
Lieder: Winter ade; Wer will fleißige Handwerker
sehn.
Märchen: Die Wichtelmännchen (Gebr. Grimm).
Vorfrühling (drei Wochen):
Reigen: Das Wetter im Frühjahr
Puppenspiel: Die drei Orangen (ital. Märchen).
Gestenspiel: Ting, ting, ting, ting.
Tätigkeiten: Eier bemalen; Ostergras sähen.
Sprüche: Itzen, ditzen, silberschnitzen; Musche
Schnut der Hasemann; Kind schau deine Hände an;
die rechte Hand, die linke Hand; wir sagen Dank.
Lieder: Grüß dich Gott; Öffne Gott dein goldnes Tor;
Bimmel, bammel, beier; ich weiß was; singt ein
Vogel; im Märzen der Bauer.
Osterzeit (drei Wochen):
Reigen: Wir pflügen und wir streuen; Häschen im
Haselbusch
Puppenspiel: Das Schlösschen.
Handgestenspiel: Schnecke und Häschen.
Tätigkeiten: Frühlingsstab basteln.
Sprüche: Tin, tin; Lausche leis mit langem Ohr; enne
denne, dubbe denne; ehe wir beginnen....
Lieder: Klein Häschen wollt spazieren gehn;
Himmelsau, licht und blau; das Sonnenlicht; der
Kuckuck und der Esel; der Wind geht durch die
Bäume; Sonne scheint ins Land hinein.
Osterfest: Zum Abschluss der Epoche mit Eiersuche und
Osterfrühstück in der Gruppe.
Ich und Du (drei Wochen):
Reigen: Spiel vom Pfannennkuchen.
Puppenspiel: Die dicke Raupe Blau.
Handgestenspiel: Die Sonne strahlt vom Himmelszelt.
Tätigkeiten: Duftkissen nähen; Wolltauben basteln.
Sprüche: Wenn die kleinen Kinder beten; Bimmel
bammel bommel, die Katze schlägt die Trommel;
Vöglein breitet aus die Flügel.
Lieder: Wer webt dem Sommer das Sommerkleid; lobet
Gott; ei mein Vägelein; liebes, leichtes, luftiges
Ding, Schmetterling.
Pfingstfest: Letzter Kindergartentag vor
Pfingsten
Das Wort "Pfingsten" kommt von dem
griechischen Wort "pentecostes", das
heißt "der Fünfzigste" (Tag nach Ostern).
An diesem Tag waren die Jünger einmütig versammelt,
wie es in der Apostelgeschichte heißt. In dem
Zusammenklang ihrer Gedanken, dem Zusammenströmen
ihrer Empfindungen und in den gemeinsam gepflegten
religiösen Übungen ereignete sich die Begabung mit
dem Heiligen Geist. Sie erlebten im brausenden
Jubel ihrer Seelen, in erleuchteter Erkenntnis:
Christus ist mit jedem einzelnen von uns auf das
Tiefste verbunden. Mit dieser begeisterten Erfahrung
konnten sie verkündigend zu den Menschen gehen und
in ihnen ähnliche Erlebnisse hervorrufen. So ist
Pfingsten zugleich auch das Fest der christlichen
Gemeinschaft.
Vorbereitend zum Fest gestalten wir mit den Kindern
Tauben aus Wolle. Die Taube als Symbol des Geistes,
Lebewesen zwischen Himmel und Erde.
Zum Fest selbst schmückt die Erzieherin die Mitte
des Kreises mit grünen und weißen Tüchern (Seide),
den bestimmenden Farben der Natur zu dieser
Festeszeit, auch den Jahreszeitentisch. Als Blumen
sind besonders jene geeignet, die zu den Kompositen,
den Korbblütlern gehören. Also Pflanzen, die
eigentlich aus vielen Einzelblüten bestehen, die
aber alle auf einem gemeinsamen Boden stehen:
Hollunder, Margariten, Schafgarbe, Schierling u.f.m.
Ein Bild aus der Pflanzenwelt für die christliche
Gemeinschaft.
Nun entzündet die Gruppenleiterin eine große, weiße
Kerze mit dem Spruch: "Die Gabe des Lichts
wir dankbar empfangen, doch wollen wir nichts für
uns nur erlangen, weiter wirs geben, einer dem
andern." Danach darf jeder für jemanden, den
man sehr lieb hat, eine kleine weiße Kerze an der
großen entzünden; ich zünde eine Kerze an für ...
Die Worte und die Geste "für etwas oder
jemanden" ist eines der kostbarsten, die wir
als christlich bemühte Menschen haben.
Nun folgt das Märchen "Die weiße Taube".
Im Anschluss daran wird an jedes Kind seine Taube,
die an einem Stock gebunden ist, mit folgendem Lied
verteilt: "Ei mein Vögelein, schwingst die
Flügelein, bringst dem (Name des Kindes)
Sonnenschein, ei mein liebes Vögelein." Jeder
erhält einen persönlichen Zuspruch.
Zum Abschluss nehmen die Kinder die Tauben mit
nach Hause.
Johanni:
Reigen: Pferdemarkt und Hufschmied.
Märchen: Die Bienenkönigin (Gebr. Grimm).
Sprüche: Rische, rasche, ri; Bienenlied; die
Mutter Gottes im Himmel; Licht leuchte...; heut
lodert das Feuer.
Tätigkeiten: Angefangenes beenden; Schultüten
(Schulanfänger).
Sprüche: Wenn die kleinen Kinder beten; Bimmel
bammel bommel, die Katze schlägt die Trommel;
Vöglein breitet aus die Flügel.
Lieder: Im Sommer; Fahr mein Schifflein fahre; Das
feurige Männlein; Tra, ri, ra....
Johannifest:
Eines der Feste, die in der Vergangenheit allergrößte
Bedeutung für die Menschen hatten, heute aber kaum mehr
bekannt sind, ist das Johannifest. Der einzige
weitverbreitete Brauch, der uns aus alten Zeiten bekannt
ist, ist das Anzünden der Johannifeuer in der
Mittsommernacht. Zu Johannifeuern wurden sie aber erst in
christlicher Zeit. Da die Kirche das Anzünden der
Mittsommerfeuer nicht verhindern konnte, duldete sie sie
und wandelte sie um in ein Symbol für Johannes den Täufer,
von dem es in der Bibel heißt, er sei ein "brennend
und scheinend Licht". Die Kirche lenkte also das
Bewusstsein der Menschen auf Johannes, den Vorläufer und
Wegbereiter des Christus. Ein wesentliches und sich
wiederholendes Motiv seiner Predigten lautet: "Ändert
euren Sinn" und "Bereitet den Weg des Herrn und
machet seine Steige richtig! Alle Schluchten sollen voll
werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden.
Und was rauh ist, soll glatter Weg werden." Berge und
Schluchten sind nicht nur äußere Naturtatsachen, sondern
auch Bilder für die Zustände der menschlichen Seele. Wir
kennen sie wieder in den Schwankungen des Gefühlslebens,
dem "himmelhoch jauchzend" und "zu Tode
betrübt". Die Mitte zu halten zwischen den Extremen
ist johanneische Aufgabe. Dazu gehört auch, dass die
"krummen" Gedankenwege in klare Eindeutigkeit
geführt und die Hindernisse, an denen der Wille immer
wieder erlahmt, übend angegangen werden sollen.
Das äußere Sonnenlicht nimmt von Johanni an ab und genau
ein halbes Jahr später, nach der Wintersonnenwende, feiern
wir Weihnachten. Das Johanneische Motiv, "Er muss
wachsen, ich aber muss abnehmen "finden wir auch im
Miterleben des Sonnenlaufes. Es ist interessant, sich ein
mal die Sonnenauf- und -untergangszeiten um Johanni
anzuschauen, Schon etwa eine Woche vor der
Sommersonnenwende kommt der Sonnenaufgangspunkt zum
Stillstand, während der Sonnenuntergangspunkt, beginnend
mit der Sommersonnenwende, für etwa eine Woche lang still
steht. Die Umkehr beginnt also mit dem Späterwerden der
Sonnenaufgangszeit. Anders verhält es sich zur
Wintersonnenwende. Hier kommt die Sonnenuntergangszeit
bereits vor der Sonnenwende zum Stillstand, während der
Sonnenaufgang nach der Wintersonnenwende für eine Weile
auf demselben Punkt stehen bleibt. Im Winter beginnt die
Umkehr also mit dem Späterwerden der Sonnenuntergangszeit.
Die Erde ist in allen Erscheinungsformen um die
Johannizeit ausgeatmet, hingegeben an den Kosmos. Das
Element Feuer und das kosmische Wärmewesen Sonne bilden
einen Einklang , der die Basis unserer Feier sein soll.
Wir tanzen um das Feuer, wir besingen das Feuer und die
Sonne. Wir bilden einen Kreis als Abbild alles Runden,
Vollkommenen, Wiederkehrenden. Wir nutzen die verwandelnde
Kraft des Feuers um Nahrung zu bereiten. Für die Kinder
ist natürlich schon das äußere Bild, das zu den Sinnen
spricht, von großer Bedeutung; doch können diese Bilder
nur dann die Seele des Kindes erreichen, wenn sie als
Wahnbilder in den Herzen der Erzieher leben. Für den
Erwachsenen bedeutet das einen ständigen Prozess des
Suchen und Ringens um neue Einsichten. Diese erschließen
sich durchaus nicht nur bei der Verarbeitung von möglichst
viel Literatur, vielmehr kann uns eine feine, aufmerksame
Naturbeobachtung oft die tiefsten Einsichten verschaffen.
P.S. Die Eltern sind gebeten, mit den Kindern am Feuer zu
verweilen und sie zu unterstützen, ihr Stockbrot selbst zu
backen.
Der Sommer ist da / Abschied:
Reigen: Sommerliche Tänze.
Geschichten: Kleine Biene Sonnenstrahl (Geschichten
von Jakob Streit über das Bienenjahr).
Lieder: Sonne scheint ins Land hinein; Was schlüpft
durch die Hecken; Vogelhochzeit; Bettelmanns
Hochzeit; Goldkugel fliege.
Tätigkeiten: Frühlingsstab basteln.
Sprüche: Sonne Mond und Sterne; Öleke, döleke.
Marionettenspiel: Für die Figuren der Schulanfänger
gedichtete Geschichte.
Fingerspiel: Das ist der Daumen.
Tätigkeiten: Seidenmarionetten nähen
Schulanfänger).
Fest: Abschiedsfest der/für die Schulanfänger.
Die Inhalte der Epochen werden den Eltern immer an der
Infotafel bekannt gegeben.
2.12. Integration
Zu unserem pädagogischen Konzept gehört die Betreuung von Kindern
mit Erziehungsschwierigkeiten, Entwicklungsstörungen und
Behinderungen. Kinder, die nach § 53 SGB XII als behindert anerkannt
sind oder von einer behinderung bedroht sind, können in der
Gruppe mit der Kindergartenleiterin Marianne Kristahn betreut
werden. In der Waldorfpädagogik verwendet man für diese Kinder den
Begriff "seelenpflegebedürftige" Kinder. Der pädagogische
Ansatz geht bei diesen Kindern nicht von einer
"Behinderung" aus.
Für die seelenpflegebdürftigen Kinder ist es wichtig, dass der
Tagesablauf heilsam gestaltet ist und sich präventiv auf die Entwicklung
auswirkt. Während Kinder allgemein das Erlebte ihrer Umwelt
scheinbar wie von selbst nachahmen, bedarf es bei den seelenpflegebedürftigen
Kindern intensiver Anregung. Durch gezielte Förderung wird die
Nachahmung, die eine wichtige Grundlage für das kindliche
Lernen ist, angeregt. Zudem wird die Willensstärke angesprochen, die
das Entwicklungspotential zur Entfaltung bringt. Jedes Kind, mag
die Behinderung noch so gravierend sein, trägt gesund und
altersgemäß Entwickeltes in sich, das gerade in einer Gruppe mit
integrativen Kinder(n) zum Ausdruck kommt. So steht nicht das
Defizit des Kindes im Vordergrund sondern die ganze Persönlichkeit,
die die Gemeinschaft bereichert und sich in seinem "so sein"
angenommen fühlt. Durch das seelenpflegebedürftige Kind machen
die anderen Kinder besondere Erfahrungen mit sich selbst und
werden durch die Vielfalt der menschlichen Lebensbedingungen
bereichert. Konventionelle Maßstäbe und Leistungskriterien lösen
sich auf. Allein die Individualität, deren Entwicklung und die
Lernleistung zählen in der integrativen sozialen Gemeinschaft.
Für die Eltern der Integrationskinder besteht jederzeit die
Möglichkeit der Rücksprache. Der Hilfeplan wird mit den Eltern
gemeinsam erarbeitet. Regelmäßiger Austausch (bis zu täglich)
über die Entwicklung, neue Problemstellungen, Änderungen im
Förderbedarf, Auswirkungen auf das Umfeld des Kindes wird von
beiden Seiten wahrgenommen.
Änderungen von ärztlicher Seite werden uns durch die Eltern
dargelegt. Mit der Frühförderstelle sind wir durch gegenseitige
Hospitationen und Gespräche in großer Runde (Eltern, Erzieher,
jeweiliger Vertreter der Frühförderstelle) im Austausch.
Die gesamte Elternschaft wird jeweils am Beginn des Kindergartenjahres
auf die besonderen Bedürfnisse des Integrationskindes
hingewiesen. Auch an den Elternabenden, die sich mit
menschenkundlichen Themen befassen, steht immer das "Bild vom
Menschen" im Bewußtsein.
| 3.1. Kinder | |||
| Kindergarten- gruppen |
Spiel- gruppe |
||
| Altersgrenze und integrative Kinder: | In den Kindergartengruppen werden nichtbehinderte und bis zu zwei behinderte Kinder von 2½ Jahren bis zum Eintritt in die Schule aufgenommen. | In der Spielgruppe werden nichtbehinderte Kinder von ca. 1¾ Jahren bis zum Eintritt in die Kindergartengruppe aufgenommen. | |
| Altersverteilung zum Stichtag: | 2 Kinder zwei Jahre 16 Kinder drei Jahre 13 Kinder vier Jahre 10 Kinder fünf Jahre (1 Kind 2 Jahre und 1 Kind 3 Jahre werden zusätzlich im Kindergartenjahr aufgenommen) |
||
| Zahl der Plätze: | gesamt 50 | 10 | |
| Belegte Plätze zum Stichtag: | 41 (2 Kinder werden zusätzlich im Kindergartenjahr aufgenommen) | 8 (2 Kinder werden zusätzlich im Kindergartenjahr aufgenommen) | |
| Einzugsgebiet: | Laut Anerkennungsbescheid Stadt Deggendorf; darüber hinaus liegen Förderzusagen der u.g. Kommunen vor. Für andere Kommunen kann nach derzeitiger Gesetzeslage die Förderung beantragt und mit einer problemlosen Förderzusage gerechnet werden. Dementsprechend besuchen im Durchschnitt meist mehr als 10 Kinder aus benachbarten Kommunen (sogar bis aus den Nachbarlandkreisen) den Freien Kindergarten | Stadt Deggendorf und Umgebung | |
| Verteilung auf das Einzugsgebiet: | 28 Kinder aus der Stadt Deggendorf (2 Kinder
werden zusätzlich im Kindergartenjahr
aufgenommen) 6 Kinder aus dem Markt Metten 2 Kinder aus der Gemeinde Auerbach 2 Kinder aus der Gemeinde Stephansposching jeweils 1 Kind aus der Gemeinde Bernried, der Gemeinde Moos und der Gemeinde Offenberg (Dies schließt nicht aus, dass Kinder aus anderen Kommunen aufgenommen werden; siehe oben bei "Einzugsgebiet") |
Stadt Deggendorf und Umgebung | |
| Integration: | Zum Stichtag kein integratives Kind. (Dies schließt jedoch nicht aus, dass wie in den letzen Jahren integrative Kinder aufgenommen werden) | Zum Stichtag kein integratives Kind. | |
| Nationalität der Kinder: |
Zum Stichtag 38 Kinder deutschsprachiger Herkunft (2 Kinder werden zusätzlich im Kindergartenjahr aufgenommen), 3 Kinder mit Migrationshintergrund | Zum Stichtag nur Kinder deutschsprachiger Herkunft. (Dies schließt jedoch nicht aus, dass Kinder mit Migrationshintergrund aufgenommen werden) | |
| 3.2. Zeiten | |||
| Öffnungszeiten, Bring- und Holzeiten, Kernzeit, Schließtage: |
Siehe Betreuungsvertrag (im PDF-Format, .pdf) und Schließtage |
Siehe Aufnahmevertrag
Spielgruppe (im PDF-Format, .pdf) und Schließtage |
|
| 3.3. Elternbeitrag | |||
| Staffelung nach Buchungszeiten: | Siehe Betreuungsvertrag (im PDF-Format, .pdf) | Siehe Aufnahmevertrag Spielgruppe (im PDF-Format) | |
| 3.4. Personal | |||
| Das Team: | Marianne Kristahn (Staatl. Erzieherin mit
Waldorfausbildung, Kindergarten- und Gruppenleitung), Lydia Altmann (Staatl. Erzieherin, Gruppenleitung), Renata Heining (Staatl. Erzieherin mit Waldorfausbildung), Carola Hoffmann (Kinderpflegerin und Kinderkrankenschwester) Anne Berberich (Kinderpflegerin), Corinna Schreiner (Kinderpflegerin, Berufspraktikantin in Ausbildung zur Erzieherin) Annegret Liebig-Reh (Eurythmistin) |
Dagmar Brauße (Waldorf-Spielgruppenleiterin) | |
| Anstellungsschlüssel: | Empfohlener Anstellungsschlüssel 1:10 und Qualifikationsschlüssel 50:50 wird weit mehr als eingehalten. | ||
| 3.5. Qualitäts- management | |||
| Sicherung der Qualität durch: | Konzeption Vernetzung (mit Frühförderstelle, Ämtern, Anderen Einrichtungen, Schulen, ...) Überdurchschnittlicher Anstellungsschlüssel Jährliche Elternbefragung Beratungstätigkeit (Elterngespräche, Austausch mit Ämtern, Teams, Kollegen, ...) Veröffentlichung im Intranet Je nach Bedarf Supervision |
Konzeption Abstimmung mit Erzieherinnen Je nach Bedarf Supervision |
4. Verweissammlung
Die nachfolgende Sammlung schon im Text referenzierter Verweise auf weitere
Informationen innerhalb unseres Angebots ist Bestandteil unserer
Konzeption:
-
Leitbild (im PDF-Format, .pdf)
- Grundlagen
- Erziehungsziele
- Betreuungsvertrag und Buchungsbeleg
Kindergartengruppe (im PDF-Format, .pdf)
- Aufnahmevertrag Spielgruppe
(im PDF-Format, .pdf)
- Schließtage
- Impressum
- Trägerverein
- Lage und Anfahrt
- Manufaktur
- Gartengruppe
- Kindergartenordnung
(im PDF-Format, .pdf)
- Belehrung der Eltern nach IfSG
(im PDF-Format, .pdf)